Schärding Facts
Muss man unbedingt wissen
„alles Fassade“
Die schönen bunten barocken Häuserfassaden der Schärdinger Bürgerhäuser zeugen vom Reichtum der Kaufleute, den sie durch den Salzhandel erreichten. Die Häuser hinter den Barockfassaden sind jedoch hauptsächlich im gotischen oder Renaissance Stil errichtet.
Schärding bekommt
einen Namen
Etwa 488 n. Chr. zogen die römischen Truppen nach Süden ab. Kurze Zeit danach besetzten westgermanische Bajuwaren das Gebiet zwischen dem Wienerwald und Lech. Schärding bekam im Zuge dessen erstmals den Namen „Scardinga“ – die Bezeichnung für „die Siedlung eines Scardo mit seiner Sippe“. Im Mittelalter wurde der Bezirk Oberösterreichs zu einer Grafschaft, die durch den lukrativen Handel auf dem Inn wachsen und gedeihen konnte. In dieser Zeit errichtete man die Burg Schärding, wie auch diverse Klöster.
Der Friede
von Schärding
Zurück nach
Österreich
Der bayrische Erbfolgekrieg endete 1779 mit dem Friedensvertrag von Teschen, welcher das Innviertel und damit auch Schärding wieder an die Habsburger übergab. Da sich Schärding genau an der Grenze zu Bayern befindet, wurde die Stadt nach dem Wiener Kongress 1816 durch die Zollgrenze von den alten Handelsverbindungen abgeschnitten. Dazu kam, dass der Salzhandel als staatliches Monopol galt und nun über das Salzkammergut betrieben wurde. Mit der Errichtung der Eisenbahn verlor der Inn endgültig seine Bedeutung als Handelsweg. Somit befand sich Schärding und der Rest Oberösterreichs in einer wirtschaftlichen Rezession. Diese wurde aber durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz 1860 und dem somit möglichen Handel mit Granitstein gelindert. Heute werden in der Gegend ca. 100.000 Tonnen Gestein pro Jahr abgebaut und exportiert.
Schärding
in der Moderne
Nach den beiden Weltkriegen erfolgte der Ausbau diverser Wasserkraftwerke (1955-1965) und der Anschluss an den modernen Straßenverkehr, sowie die Anbindung an Bayern durch die Neue Innbrücke. In den 80er Jahren wurde Schärding durch die Errichtung der Innkreisautobahn noch zugänglicher. Heute basiert die Wirtschaft der Stadt überwiegend auf dem Dienstleistungs- und Tourismussektor.
Hier erfahren Sie mehr über die Wirtschaftswelt der Stadt Schärding.
Der Fluss
Die Stadt Schärding liegt direkt am Inn. Der Fluss entspringt in 2.484 Metern Seehöhe am Lunghinsee, im schweizerischen Kanton Graubünden bei Maloja, und fließt über 517 km durch die Schweiz, Österreich und Deutschland. Er mündet bei Passau in die Donau, etwa 16 Kilometer nordöstlich von Schärding. Der Inn ist mit einem Einzugsgebiet von über 26.000 km2 einer der längsten und mächtigsten Alpenflüsse.
Der Inn als
wirtschaftliche Lebensader
Entlang des Inns haben sich seit der Keltenzeit zahlreiche Siedlungen entwickelt. Der Fluss bildete die zentrale Lebensader der Region und wurde schon vor den Römern als bedeutende Handelsroute genutzt. Er verbindet hochalpine Regionen mit dem Flachland und funktionierte in der Vergangenheit als Transportweg für Salz, Getreide, Wein, Gewürze und viele andere Güter.
Über 2000 Jahre lang erfolgte so ein reger Austausch zwischen Tirol und Bayern. Über die Donau gelangten Schiffe sogar bis nach Wien. Der Inn verlor mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzwerks im 19. Jahrhundert immer mehr seine Bedeutung als Handelsroute und war dann mit dem Bau der zahlreichen Wasserkraftwerke auch nicht mehr durchgängig befahrbar.
Der Inn heute
Heute gilt der Inn als bedeutende Energiequelle. Trotz der insgesamt 24 Wasserkraftwerke entlang des Flusses bietet er zudem vielen Pflanzen und Tieren einen wichtigen Lebensraum. Durch die Hochwasser-schutzdämme und die Kraftwerke bildeten sich vor allem am unteren Inn im österreichisch-bayrischen Grenzgebiet weitläufige Auen, in denen etwa 300 Vogelarten zu finden sind.
Dazu leben im Inn zahlreiche Fischarten – von der Bachforelle und Äsche in den obersten Regionen, bis hin zur Brachse und Rotfeder in der unteren Region sind hier insgesamt 17 Fischarten vertreten. Auch der Biber hat sich seit den 70er Jahren wieder an den Innstauseen angesiedelt und sich flussaufwärts bis ins Tiroler Oberinntal ausgebreitet. Und übrigens: Fischotter sind am unteren Inn ebenfalls wieder zu sehen!
Sie möchten mehr über die Natur rund um Schärding erfahren? Werfen Sie einen Blick auf unsere Seite über das Naturschutzgebiet.
Hochwasser in Schärding
Da die Stadt Schärding direkt am Inn liegt, ist sie immer wieder von Hochwasser betroffen. Überschwemmungen sind mit Abstand die häufigste Form von Naturkatastrophe im östlichen Alpenraum und werden zum Großteil durch Schmelzwasser im Frühling oder Starkregen verursacht.
Der Eisstoss und die Jahrtausendflut
Besonders gravierend war die “Jahrtausendflut” von 1501, welche über 10 Tage hinweg Tod und Verwüstung mit sich brachte. Im Jahre 1830 kam es zu einem heftigen Eisstoß, welche früher durch Wärmeeinbrüche in kalten Wintermonaten ausgelöst wurden. Ein Phänomen, dass es heutzutage kaum noch gibt. Hier waren die Schäden und Opferzahlen besonders groß, da die Wucht des Eisstoßes Brücken und andere Bauwerke mit sich riss.
Diese Eishochwasserkatastrophe gilt als die schlimmste Überschwemmung, die je in Österreich verzeichnet wurde. Der Winter war so kalt, dass nicht nur der gesamte Traunsee zugefroren war, sondern auch die Donau – das Eis war dick genug, um den Fluss in der Wachau sogar mit schweren Wägen überqueren zu können. Am 27. Februar brach das Eis ganz plötzlich und die Flut kam so rasch, dass kaum Zeit war, um Notsignale ertönen zu lassen. Die Katastrophe betraf die gesamte Region, inklusive der Stadt Schärding.
Sintflutartige Regenfälle in Schärding
Im Jahre 1899 ließ Starkregen die Flüsse Salzach, Inn, Traun, Enns und Donau nochmal weit über die Ufer treten – neben anderen Städten in der Region stand Schärding zu dieser Zeit fast völlig unter Wasser.
Das größte Hochwasser des 20. Jahrhunderts in der Gegend rund um Schärding wurde im Juli 1954 verzeichnet, als besonders intensive Niederschläge die heimischen Bäche und Flüsse rasch ansteigen ließen. 2002 gab es das große Hochwasser, welches mit dem von 1899 vergleichbar ist. Das Doppelhochwasser schlug mit sintflutartigen Regenfällen gleich zweimal zu, einmal im März und einmal im August. Mehrere Orte in der Region waren von der Außenwelt abgeschnitten, Katastrophenalarme ertönten und zahlreiche Gebäude wurden von den Fluten zerstört.
Die mächtigste Hochwasserkatastrophe seit 1954 hat in der Zeit von 31. Mai bis 5.Juni 2013 mit einem Pegelhöchststand von 10,57 Meter enormste Schäden im Stadtgebiet angerichtet. Es waren überaus dramatische und höchst bedrohliche Momente, die sich in den betroffenen Stadtteilen ereigneten. Während des gesamtes Hochwassereinsatzes waren mehr als 120 Feuerwehren, mehrere Kompanien des Bundesheeres mit zusammen 3.643 Einsatzkräften im Einsatz.
Hochwasser
heute
Heute gibt es zahlreiche Projekte, welche die Stadt Schärding vor Hochwasser schützen, wie etwa Entwässerung, Schutzbauwerke, Landschaftsplanung und die 2021 fertig gestellte Hochwasser-Schutzmauer.
Christophorus Brunnen
am Oberen Stadtplatz
Beim Christophorus Brunnen – geschaffen vom Münchner Künstler Prof. Hans Wimmer – der auf die positiven Eigenschaften des Wassers durch den Salzhandel sowie der beiden Kuranstalten, als auch auf die schlechten Auswirkungen durch Hochwässern hinweist, fällt ein Detail besonders auf: Das Christuskind, das von dem knorrigen Christophorus durch die Furth getragen wird, streichelt ihm ganz liebevoll über das Haupt.
Pfarrer Kneipp
Unseren Status als Kneipp-Kurstadt verdanken wir den beiden Kuranstalten Barmherzigen Brüder und dem Gesundheitshotel Gugerbauer. Pfarrer Kneipp entwickelte die Heilmethode, weil er schwer an einer Lungenkrankheit litt und entdeckt, dass es ihm half, wenn er nachts in die eiskalte Donau stieg und anschließend unter eine warme Decke schlüpfte.
die Mätresse des Kaisers
Kaiser Napoleon residierte 1809, als Schärding unter französischer Herrschaft stand, im gelben Haus mit Erker an der alten Innbrücke. Seine Mätresse durfte nach französischem Recht nicht unter dem selben Dache wohnen wie der Kaiser. Darum ließ er kurzerhand eine Tür zum Nachbarhaus machen. So waren sie zwar nicht mehr unter dem selben Dache, jedoch Tür an Tür.
Statussymbole
Viele Häuser waren im Mittelalter reich mit wertvollen Stuckarbeiten verziert und hatten schöne Erker- je reicher die Stuckverzierung und je größer der Erker umso reicher auch der Besitzer.
Das kleinste Haus in der Stadt
2,40 Meter ist es breit und besitzt nur ein Fenster pro Stockwerk. Um sich im Inneren dieses Hauses zurecht zu finden, muss man ein echter Einrichtungsexperte sein.
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Entdecken:
Silberzeile
Stammt übrigens von den Silberlingen, mit denen Handelsleute einst in der Handelsstadt Schärding Waren erwarben.
Katzenkopfpflaster
So nennt man ein Pflaster, das mit rundgeschliffenen Steinen aus Flüssen kunstvoll verlegt wurde. Die runden Steine sehen aus wie Katzenköpfe. Daher gibt es auch den Ausdruck: „ein teures Pflaster“. Jedoch nicht weil das Pflaster so teuer war, sondern weil im Mittelalter die Zollplätze gepflastert waren. Jedes mal wenn man auf einem Zollplatz mit seinem beladenen Wagen war, musste man Zoll zahlen….“so ein teures Pflaster“
Alfred Kubin
Alfred Leopold Isidor Kubin (* 10. April 1877 in Leitmeritz, Böhmen; † 20. August 1959 in Zwickledt, Gemeinde Wernstein am Inn war ein österreichischer Grafiker, Schriftsteller und Buchillustrator.
Kubins Werk wird durch die Darstellung phantastischer Traumvisionen geprägt, die mit einer nervösen zeichnerischen Strichführung dargestellt werden
1955 vermachte Kubin seinen gesamten künstlerischen Nachlass gegen eine bescheidene Leibrente dem österreichischen Staat und dem Land Oberösterreich.