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Schärdings bewegte Geschichte

Collage Geschichte

Von Anfang an bestimmte der Inn das Schicksal und die Entwicklung der bayerisch - österreichischen Grenzstadt. Im Jahre 806 ist der Ort erstmals als landwirtschaftliche Siedlung „Scardinga“ in einer Passauer Urkunde erwähnt.
Schifffahrt und Handel (zuerst nur Salz, dann auch Getreide, Wein, Erze, Glas, Vieh, Holz und Tuchwaren) machten Schärding im Mittelalter zu einer wohlhabenden Stadt.

 


 

Nach den Grafen von Vornbach und Andechs und den Babenbergern wechselten Wittelsbacher und Habsburger als Herren der befestigten Grenzstadt. Schärding wurde zum Spielball (oder auch Zankapfel) zwischen den beiden Nachbarländern, einmal vererbt, dann verpfändet, getauscht und erkämpft. Von 1369 bis 1779 gehörte  Schärding mit einigen kriegerischen Unterbrechungen zu Bayern. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Stadt zu wirtschaftlicher Blüte, intensive Schafzucht rundum die Stadt, Flachs- und Hanfanbau machten das textile Gewerbe mit Leinenwebern und Lodenwirkern, mit Gerben und Färbern zum wirtschaftlichen Schwerpunkt der Stadt in die florierende Landwirtschaft des Rotttales brachte wirtschaftliche Vorteile. Als während der Türkenbelagerung in Wien 1683 Kaiser Leopold I samt Hofstaat nach Passau geflüchtet war, hielt das Kollegium des Reichshofrates seine Sitzungen in der zum Schloss ausgebauten Schärdinger Burg ab.

 


 

In der Folgezeit wurden der historische Stadtkern und die vom Bayernherzog Ludwig dem Gebarteten errichteten Befestigungsanlagen durch Kriege und Brände zerstört: 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg zerstörten die österreichischen und dänischen Truppen in dreitägiger Belagerung 50 Häuser der Stadt und die gotische Pfarrkirche.
1724 wurden 30 Häuser im Stadtzentrum und auch die Burg durch einen bei der Fronleichnamsprozession entstandenen Brand vernichtet. 1775 und 1779 waren Wiederum Katastrophenbrände mit 50 zerstörten Häusern.
Die größten Verheerungen aber kamen 1809, als die napoleonischen Truppen die Stadt in Schutt und Asche legten und plünderten. 158 Häuser (auch Kirchen, Rathaus und Bürgerspital) in der Innenstadt wurden vernichtet. Dies bedeutet auch den wirtschaftlichen Niedergang, vom dem sich Schärding trotz vieler Bemühungen kaum noch voll erholen konnte.
1892 errichtete der Arzt Dr. Ebenhecht in Schärding die erste Kneipp-Kuranstalt Österreichs, 1930 erbaute der Orden der Barmherzigen Brüder ein neues Kurhaus, das auch jetzt noch Kneipps Heilmethoden in Verbindung mit moderner Medizin praktiziert.

 


 

1900 gründete der hochgebildete Landwirt Georg Wieninger die „Erste Zentral-Teebutter-Verkaufsgenossenschaft Schärding“, aus der sich später der in ganz Österreich bekannte „Schärdinger Molkereiverband“ entwickelte, vom dem jedoch nur mehr Markenname existiert. In den letzten Kriegstagen 1945 beschossen die Amerikaner die Stadt vom bayrischen Ufer aus, wobei einige Häuser total zerstört und über 100 beschädigt wurden.
In jüngster Zeit bemüht man sich sehr um die Erhaltung der Reste des historischen Stadtbildes.

 

von Prof.  Rudolf Leßky